SDG 2, keine Hungersnot
Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern

Kredite zur Finanzierung landwirtschaftlicher Güter

In ländlichen Gebieten in Schwellen- und Entwicklungsländern lebt die Mehrheit der Menschen in kleinbäuerlichen Haushalten. Ihr Zugang zu Finanzdienstleistungen ist häufig besonders begrenzt. Dies liegt nicht nur an der eingeschränkten Infrastruktur in ländlichen Gebieten.

Mit Mikrokrediten werden z.B. der Kauf von Tieren oder Saatgut oder anderen benötigen Material finanziert. Durch diese Investitionen kann z.B. die Ernährungssicherheit der Familie erhöht werden und/oder zusätzlich ein Einkommen geschaffen werden.

Für eine fundierte Beratung, müssen MFI vor Ort zunächst spezialisiertes Wissen über einzelne Anbausorten, Viehzuchthaltung und landwirtschaftliche Zyklen aufbauen.Auch müssen die relativ hohen Risiken der landwirtschaftlichen Produktion wie schwankende Marktpreise und unwägbare Wetterbedingungen in die Risikobewertung mit einbezogen werden.


JSC MFO Crystal Microfinance Organization, Georgien

Größe               mittelgroß
Kreditportfolio  45 Mio. USD
Kreditkunden   47.234
Kredithöhe       Ø 955 USD

Stand: Dezember 2015

Ein Ziel von Crystal ist es das Einkommen der Landwirte in der Region des MFI zu erhöhen und gleichzeitig negative Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren. Für die Erreichung dieser Ziele hat Crystal hat das Projekt “Farmers Education” ins Leben gerufen, in dessen Rahmen Fortbildung für Bauern (Nicht-Kunden der Banken werden ebenfalls geschult) angeboten werden. Insgesamt 140 Landwirte haben an diesen Fortbildungen bereits teilgenommen.

Ein Ziel zur Erreichung des Zieles ist der Einsatz moderner Technologien. Crystal berät seine Kunden ebenfalls hinsichtlich der Notwendigkeit von Bodenanalysen sowie der Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit.

SEF International, Armenien

Kreditportfolio  22 Mio. USD
Kreditkunden   27.464
Kredithöhe       Ø 801 USD
Stand: November 2015

SEF International wurde im Jahr 1998 gegründet, um Kleinunternehmen und Kleinbauern Zugang zu Krediten zu ermöglichen. Das Kreditinstitut hat inzwischen ein breites Angebot, das mehrere Kreditarten für Kleinbauern und -unternehmer in den ärmsten Regionen Armeniens beinhaltet. SEF International ist eine Tochterorganisation des weltweit vertretenen Mikrofinanzakteurs VisionFund International und setzt als solche hohe Standards in der Geschäftsführung um. Das Mikrofinanzinstitut plant eine weitere geografische Expansion, um mehr Menschen in unterversorgten Regionen zu erreichen, und entwickelt sein Produktangebot stetig weiter, um unterschiedliche Kundenbedürfnisse bedienen zu können.

Erfolgsgeschichte Familie Hovhannisyan, Landwirte

Shirak Hovhannisyan (42) lebt mit seiner Frau Lilit (36) und drei Kindern in Taronik, einem Dorf in der Armavir Region. Sein ältester Sohn Yerjanik (16) und seine Frau helfen ihm auf der Farm. Seine Tochter Shoghik (15) träumt davon Schauspielerin zu werden und besucht einen Schauspielkurs. Das jüngste Kind Arsen (9) besucht die Grundschule.

Vor 15 Jahren begann Herr Hovhannisyan seine Farm mit einer kleinen anbaufähigen Fläche Land aufzuziehen. Inzwischen besitzt er zwei Gewächshäuser mit insgesamt 600m². Er züchtet erfolgreich Salatgurken. Mit einem Landwirtschaftskredit von SEF schaftte er eine Polyethylen-Abdeckung für die Gewächshäuser, Gurkensamen und Düngemittel an. Die Investition sicherte die weitere Entwicklung der Farm. Sein großer Wunsch ist, die Bedürfnisse seiner Kinder zu sichern sowie ihnen eine Zukunft mit mehr Möglichkeiten bieten zu können.

 

 

Familie Hovhannisya vor einem Wandbild, gemalt von der talentierten Tochter.

MIKROFIN, Bosnien-Herzegowina

Größe               Groß
Kreditportfolio  73,7 Mio. USD
Kreditkunden   56.351
Kredithöhe       Ø 1.307 USD
Stand: Dezember 2014

MIKROFIN ist das größte MFI in Bosnien und Herzegowina. Kunden*innen des 1997 gegründeten Instituts sind hauptsächlich Privatpersonen, die unternehmerisch aktiv sind, jedoch keinen Bankkredit bekommen. Ein weiterer Großteil der Kredite fließt in die Landwirtschaft. Insgesamt werden 61 Prozent des Kreditportfolios in den Bereichen Mikro- und Agrarfinanzierung getätigt. Die langjährige Erfahrung des Managements und die starke Marktposition des Unternehmens erlaubten es MIKROFIN, in den letzten Jahren eine Reihe von Tochtergesellschaften zu gründen, die in der lokalen Versicherungsbranche, im Bankwesen und im Fondsmanagement aktiv sind.

Erfolgsgeschichte Imker Savic

Seit 20 Jahren arbeitet Herr Savić bereits als Imker im Dorf Borkovići, Nahe Banja Luka. Er kümmert sich un 40 Schwärme und plant seine Farm um zehn weitere Völker zu ergänzen. Schafft er dies, qualifiziert er sich für die Mitgliedschaft der Association of Beekeepers. Eine Errungenschaft, die ihm ein Netzwerk, Know-How und weitere Türen öffnen wird. Zudem könnte er noch mehr Honig an den Großhandel vertreiben und so auch sein Einkommen verbessern. „Durch meine regelmäßigen Erträge aus dem Honigverkauf kann ich meiner Familie ein stabiles und angenehmes Leben ermöglichen.“ Neben dem Honig verkauft Herr Savic auch Honig-Produkte wie Wachs und Bienen-Propolis an den Großhandel sowie einzelnen kleinen Geschäfte in seinem Heimatort.

Nenad Savić und seine fleißigen Bienen.

NOA Sh., Albanien

Kreditportfolio   27 Mio. EUR
Kreditkunden    11.338
Kredithöhe        Ø 2.386
Stand: Dezember 2014

NOA ist bereits seit dem Jahr 1999 in verschiedenen Formenim Mikrofinanzbereich tätig und mittlerweile das zweitgrößte MFI Albaniens. Im Jahr 2011 wurden die Anteile des Instituts von NOA Holdings N.V. aus den Niederlanden gekauft. Die Mission des Instituts ist es, geeignete Produkte und Finanzdienstleistungen für seine Kundinnen und Kunden anzubieten. NOA vergibt Kredite an Kleinstunternehmen und Unternehmer in den Bereichen Landwirtschaft, Dienstleistungen sowie Haus- und Konsumfinanzierungen. 

Erfolgsgeschichte Ali Dedja, Landwirt

„Grüne Bohnen, das ist das Ticket. Grüne Bohnen. Es ist verrückt, wie solch ein Entscheidung den Unterschied machen kann, ob es ein gutes Jahr wird oder eher nicht“, amüsiert sich Ali Dedja, während er sich am Kinn kratzt. „ Wir bekommen eine wesentlich bessere Ernte als mit den Tomaten, die wir letztes Jahr angebaut haben“, sagt Ali.

Mit dem ersten Kredit von NOA baute Ali sein erstes Gewächshaus auf dem Land hinter seinem Haus. Er wollte mehr Gemüse anbauen, zum einen in der Menge aber auch eine größere Vielfalt. „Gute Sonnenaussetzung, wenig Wind und die Erde ist sehr gesund. Am aller wichtigsten ist aber, dass meine Frau und ich zusammen ein sehr gutes Team sind“, sagt er. Gemüse in seinem Gewächshaus anzubauen, ermöglichte es Ali seine Produktivität nachhaltig zu verbessern und eine beständige Ernte zu erreichen. „Ein beständiges Produkt, vor Allem mit einer beständigen Qualität, das ist das was für meine Kunden zählt“, stellt Ali fest.

„Wenn es um Beständigkeit geht, insbesondere für das was wir anbauen, dann kommt man um ein Gewächshaus nicht herum.“ Den letzten Kredit von NOA setzte er für den Einkauf von neuen Samen ein. Diese Anlage ermöglichte es Ali sich zum einen besser nach den Gegebenheiten des Marktes auszurichten und zum anderen Produkte anzubauen die sich den klimatischen Bedingungen und der Erde besser anpassen. „Wir haben lange darüber nachgedacht, aber von Tomaten auf grüne Bohnen zu wechseln, war die beste Entscheidung die wir hätten treffen können. Als ein Züchter versteht man, dass manche Sachen Zeit brauchen und das was man erntet davon abhängt wieviel man einbringt. Es ist dasselbe mit dem Geschäft. NOA teilt nicht nur diese Philosophie, sondern es erfüllt sie mit Stolz und Freude meine kleine Farm von einem kleinen Gewächshaus in ein robustes Unternehmen wachsen zu sehen."

 

 

Ali Dedja und seine Frau bei der Arbeit im Gewächshaus.