„Die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig, und viele dieser seit den 1950er Jahren beobachteten Veränderungen sind seit Jahrzehnten bis Jahrtausenden nie aufgetreten. [...] Der menschliche Einfluss auf das Klimasystem ist klar. [...] Es ist äußerst wahrscheinlich, dass der menschliche Einfluss die Hauptursache der beobachteten Erwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts war.“ IPCC, Statusbericht 2013/2014

CO2-Konzentration in der Atmosphäre
Atmosphärische CO2-Konzentration der letzten 800.000 Jahre und seit 1959 | www.epa.gov

Zerstörte Erntefelder, trockene Flüsse, Wetterturbulenzen. Nebenbei schrumpft die biologische Vielfalt unwiederbringlich. Die Veränderungen des Klimas sind inzwischen in den Industrieländern angekommen, die Auswirkungen auf unseren Alltag sind spürbar.

Ein Grund für die Veränderungen sind Klimagase: Methan, Distickstoffoxid oder Kohlenstoffdioxid. Letzteres entsteht als natürliches Nebenprodukt des Zellabbaus, aber auch bei der Verbrennung von Kohle, Erdöl oder -gas. Das Problem: CO2 baut sich nicht selber ab.

Natürliche Schwankungen der CO2-Konzentration in unserer Atmosphäre gibt es seit jeher. Verursacht werden sie beispielsweise durch den Lebenszyklus von Pflanzen, Vulkanaktivitäten oder Anpassungen des Sonnenzykluses. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts lagen sie zwischen 170 ppm und 285 ppm (parts per million). Seit der industriellen Revolution erhöhten sich diese Werte jedoch enorm. Aktuell erreichen sie Spitzenwerte um 400 ppm, die höchste Konzentration, die je gemessen wurde.

Folgen sind der Anstieg der globalen Luft- und Meerestemperaturen, der Rückgang von Schnee- und Eisvorkommen sowie der Anstieg des Meeresspiegels. Daraus wiederum resultieren u.a. die Gefahren wie vermehrter Infektionskrankheiten, Wetterextreme, eine Versauerung der Ozeane und der Verlust von Biodiversität.

Emissions Gap, Climateactiontracker
Abweichung der nationalen Beiträge zur Emissionsreduzierung vom tatsächlich notwendigen Ziel | climateactiontracker.org

Mit dem Pariser Klimaabkommen 2015 verpflichteten sich 197 Staaten ihren CO2-Austoß zu mindern und die Erderwärmung drastisch einzudämmen. Das erklärte Ziel ist eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5 Grad. Die aktuell eingereichten Maßnahmen der Staaten werden dem noch nicht gerecht: Erwartet wird eine maximale Senkung des Temperaturanstieges auf 2,5 Grad. Ohne eine weitere Anpassung der einzelnen nationalen Ziele wird das Vorhaben also nicht gelingen. Damit wir dennoch eine reelle Chance wahren, den Temperaturanstieg einzuschränken, sind Investitionen in die effiziente Nutzung natürlicher Ressourcen, erneuerbarer Energien, Infrastruktur oder smarter Technologien unabdingbar.

Schaffen wir dies nicht, droht uns das Erreichen sogenannter Tipping Points (zu dt. Kippelemente). Momente, deren Eintreffen entweder das Ende einer Entwicklung oder deren drastische Beschleunigung bedeuten. Dazu zählen das Auftauen der Permafrostböden, beispielsweise in Sibirien, das Abschmelzen und Abbrechen großer Eisflächen in der Antarktis, das Abschmelzen des grönländischen Eisschilds sowie Methan-Ausgasungen aus den Ozeanen.

Ziel des GLS Bank Klimafonds ist es daher, einen Beitrag zu Eindämmung des Klimawandels und seiner Folgen zu leisten. Der Mischfonds investiert in besonders klimafreundliche Unternehmen, Projekte und Staaten.

Vom Fußabdruck ...

Das Fahrrad als Fortbewegungsmittel ist eine gute Alternative zum Pkw. Doch auch in der Fahrradproduktion wird Kohlenstoffdioxid ausgestoßen. Daher messen wir zum Ende eines Geschäftsjahres alle derzeit unvermeidbaren CO2-Emissionen der investierten Titel und setzen sie ins Verhältnis zur Höhe des Investments.

Neben CO2 existieren weitere Gase, die sich maßgeblich auf die Entwicklung des Klimas auswirken. Dazu zählen Methan (CH4), Distickstoffoxid (N20) und FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe).

Wir wollen mit unserem Vorgehen eine grundlegende Klimatransparenz etablieren. Künftig soll die Menge der ausgestoßenen Klimagase ein entscheidender Faktor für oder gegen eine Investition sein.

Gemessen werden die Angaben nach Scope 1, 2 und – soweit verfügbar – Scope 3. Einbezogen werden also die eigenen Emissionen eines Unternehmens, der Ausschuss aus verbrauchten Energien sowie die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette. Das Ergebnis ist der Fußabdruck des Fonds.

 

 

GHG Protocol: CO2-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette