SDG 10: Reduzierte Ungleichheiten

Mikrofinanz für benachteiligte Gruppen

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Teilhabe hängt häufig auch von dem Zugang zu Finanzdienstleistungen ab. Positiv bewertet werden daher MFI, die spezielle Angebote für Menschen anbieten, welche in ihrer Region zu einer benachteiligten Gruppe gehören. Hierzu können beispielsweise Menschen zählen, die körperliche beeinträchtigt oder chronisch krank sind. Auch spezielle Angebote für Menschen, die beispielsweise aufgrund ihrer ethnischen Herkunft diskriminiert werden, sind positiv zu bewerten.

Equipate, Mexiko

Kreditportfolio: 47,2 Millionen US-Dollar
Anzahl der Kunden*innen: 84.613
Kredithöhe Ø: 422 US-Dollar
Stand März 2019

In vielen Ländern auf der Welt gibt es keine gut funktionierenden staatlichen Hilfen für benachteiligte Gruppen. Dies ist auch in Mexiko der Fall. Das 2006 gegründete Institut Sociedad Financiera Equipate bietet ein Kreditprogramm für stark benachteiligte Mikrounternehmer*innen an. Darunter versteht das Institut Menschen, die ihre wirtschaftlichen Aktivitäten auf der Straße ausführen müssen. Der Fokus liegt dabei auf semi-urbanen und ländlichen Gebieten Mexikos. So trägt das Institut zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung bei.


Außerdem konzentriert sich Equipate auf die Betreuung von Kleinstunternehmer*innen mit niedrigem Einkommen, die schlechten Zugang zum traditionellen Bankensektor haben. Die meisten der Kund*innen sind Frauen. Eine Besonderheit ist zudem, dass die Lebensversicherung im Todesfall den gesamten Kreditbetrag mitsamt Bestattungskosten sowie einer zusätzlichen wirtschaftlichen Unterstützung deckt. Der Preis der Versicherung ist im Zinssatz enthalten.

Annapurna Finance, Indien

Kreditportfolio: 174 Millionen US-Dollar
Anzahl der Kunden*innen: 977.000
Kredithöhe Ø: 182 US-Dollar
Stand Oktober 2018


Indiens Gesellschaft ist durch ein hierarchisches Kastenwesen geprägt, das einen hohen Einfluss auf die  soziale Stellung jedes*r Inders*in hat. Frauen haben häufig eine deutlich schwächere Stellung als Männer.  Viele Mikrofinanzinstitute zielen darauf ab, diese Missstände zu beheben.

So wie Annapurna Finance Pvt. Ltd., das größte Mikrofinanzinstitut im östlichen Teil Indiens. Das Institut legt seinen Schwerpunkt auf die  Teilhabe von Frauen am Arbeitsleben. So soll ihre Unabhängigkeit gefördert werden. Aber auch für  benachteiligte Gruppen werden unterschiedliche Kredite angeboten. So vergibt das Institut spezielle Kredite  in den Bereichen Bildung, erneuerbare Energien, Behindertenförderung sowie Sanitäranlagen.  Erwähnenswert ist, dass das durchschnittliche Kreditvolumen deutlich unter dem Branchendurchschnitt liegt  und damit gezielt die ärmsten Bevölkerungsschichten angesprochen werden. Mit Erfolg: In der letzten Zeit  weist Annapurna große Wachstumspotenziale auf.

Banco D-Miro, Ecuador

Kreditportfolio: 98,2 Millionen US-Dollar
Anzahl der Kunden*innen: 44.663
Kredithöhe Ø: 2200 US-Dollar
Stand Dezember 2015

Das ecuadorianische Mikrofinanzinstitut Banco D-Miro ging aus dem Mikrofinanzprogramm eines norwegischen Missionswerks hervor, das vor etwa 20 Jahren initiiert wurde. Seit 2006 operierte Banco D-Miro als selbständige Stiftung und macht im Jahr 2011 den Schritt zu einem regulierten Bankinstitut. Eigentümer der Bank ist die christliche Norwegian Mission Alliance. Als Bank hat Banco D-Miro die Möglichkeit neben Mikrokrediten auch Sparkonten und Spareinlagen anzubieten.


Neben herkömmlichen Mikrofinanzkrediten, verfügt Banco D-Miro auch über einige spezielle Kreditprogramme und vergibt z.B. insbesondere Kredite an HIV-positive Menschen. Damit fördert das MFI ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit und damit die gesellschaftliche Inklusion von Menschen mit dieser Diagnose. Auch für Studenten existieren spezielle Kreditprogramme, wodurch der Bildungserwerb positiv unterstützt wird.