SDG 4 Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle förder

Beratung

Ökonomische Beratung
Die positive Wirkung von Mikrofinanz für ärmere Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern hängt im Wesentlichen von ihrem praktischen Wissen ab Mikrofinanzangebote für sich bedarfsorientiert zu nutzen. Neben Finanzdienstleistungen bieten viele MFI ihren Kunden daher auch Beratungen und Schulungen an. Diese zielen darauf ab, das finanzielle Wissen für den eigenen Haushalt oder konkrete unternehmerische Kompetenzen für die eigenen wirtschaftlichen Aktivitäten zu unterstützen. MFI, die Beratungen und Schulungen anbieten, handeln nicht nur im Sinne der eigenen Organisation. Sie fördern die mittel- bis langfristige Entwicklung ihrer Kunden und der Gemeinschaften, in denen sie leben.

Soziale und ökologische Beratung
Neben ökonomischen Beratung und Schulungen bieten einige MFI zusätzlich auch Angebote zu sozialen und ökologischen Themen an. Diese können beispielsweise spezielle Seminare für Frauen zur Förderungen der Gleichberechtigung sein oder auch Gesundheits- und Vorsorgeberatungen für Mikrofinanzkunden. Auch ökologische Themen, beispielsweise in Seminaren über eine nachhaltige landwirtschaftliche Arbeitsweise können im Rahmen zusätzlicher Beratungsangebote behandelt werden. MFI, die sich über eine ökonomische Beratung hinaus für die Weiterbildung ihrer Kunden engagieren, zeichnen sich dabei durch eine hohe soziale Mission aus.

INSOTEC, Ecuador

Kreditportfolio: 45 Millionen US-Dollar
Anzahl der Kund*innen: 14.680
Kredithöhe Ø: 3.639 US-Dollar
Stand Dezember 2017


In Ecuador herrscht ein großer Unterschied zwischen Stadt und Land. So ist der Zugang zu  Finanzdienstleistungen in einer ländlichen Region ungemein viel schwieriger als in der Stadt. Daher hat sich  INSOTEC zum Ziel gesetzt, insbesondere die ländliche Bevölkerung in benachteiligten oder abgelegenen  Gegenden Ecuadors als Kunden*innen zu gewinnen. Der Großteil der Kredite wird an Landwirte*innen vergeben. Diese bauen Äpfel, Bananen oder Kakao an. Des Weiteren wird darauf geachtet, keine Betriebe  mit Monokulturen zu finanzieren.

Zusätzlich zur Kreditvergabe verfügt die NGO über Projekte im Rahmen ihres „Servicio para el Desarrollo Empresarial“. Dabei werden Kunden*innen und Nichtkunden*innen gleichermaßen Informationen, Workshops und Vorträge angeboten, die sie gratis in Anspruch nehmen  können.

Fundación Espoir, Ecuador

Kreditportfolio: 40,4 Millionen Euro
Anzahl der Kunden*innen: 51.500
Kredithöhe Ø: 784 Euro

Das Thema Gesundheitsvorsorge liegt Fundación Espoir besonders am Herzen. Der Geschäftsführer, ein ausgebildeter Mediziner, setzte sich daher für die Einrichtung eines Gesundheitszentrums in einigen Filialen des Insitutes ein. Eine Krankenversicherung gibt es ebenfalls. Neben großen Kampagnen zum Thema Gesundheit können seine Kunden*innen an Fortbildungen zu betriebswirtschaftlichen Themen oder sozialen Fragen teilnehmen.

Die gemeinnützige Stiftung Fundación Espoir ging aus der People-to-People Health Foundation hervor und ist seit über zwanzig Jahren im Mikrofinanzsektor tätig. Heute zählt sie zu den größten Mikrofinanzinstituten
Ecuadors. Spezialisiert hat sich das Institut auf Gruppenkredite in den abgelegensten Gebieten. Die Mitglieder der Kreditgruppe, häufig Frauen, bürgen füreinander. Die Rückzahlungsquote liegt bei über 98 Prozent. Ein Solidaritätsfonds wird eingesetzt, um Kunden im Notfall auszuhelfen. Zur Produktpalette zählen zudem spezielle Kredite, die sich an der Erntesaison orientieren oder zu Beginn eines Schuljahres