Sparangebote

SDG 8 Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

Das Einkommen von Menschen unterhalb der Armutsgrenze ist oft sehr schwankend. Viele dieser Menschen haben zudem bisher keinen Zugang zur formellen Finanzdienstleistungen.

Bis vor wenigen Jahren konzentrierte sich Mikrofinanz ausschließlich auf die Kreditvergabe. Heute gewinnen zusätzlich Sparangebote an Bedeutung. Diese ermöglichen es Mikrofinanzkunden beispielsweise für größere Anschaffungen zu sparen. Zurückgelegtes Geld kann dann auch dazu verwendet werden, unerwartete Situationen zu überbrücken, die sich aus den häufig sehr unregelmäßigen Einkommen ergeben können. Den Menschen vor Ort wird somit eine bis dato nicht vorhandene, langfristige Perspektive verschaffen.

Crédito con Educación Rural (CRECER), Bolivien

Kreditportfolio: 297 Millionen US-Dollar
Anzahl der Kunden*innen: 211.171
Kredithöhe Ø: 1.407 US-Dollar
Stand Dezember 2019


Crédito con Educación Rural (CRECER), Institución Financiera de Desarrollo (Finanzentwicklungsinstitut), ist das größte regulierte NGO-Mikrofinanzinstitut (MFI) in Bolivien. Gegründet wurde das Institut 1990 von der NGO Freedom from Hunger. Ursprünglich hat es das Ziel verfolgt, die Mangelernährung und die geringen Perspektiven der Landbevölkerung rund um den Titicacasee zu bekämpfen. Es verfolgte in diesem Sinne den Ansatz, eigenverantwortliche Selbsthilfegruppen einzurichten.

Im Laufe der Jahre hat sich das Institut allerdings zu einem Mikrofinanzinstitut weiterentwickelt, das einen sehr guten Ruf im gesamten Land genießt. Der Fokus liegt darauf, die Vermögensbildung der Kunden*innen zu fördern. So werden Kreditnehmer*innen dahingehend beraten, bis zu 10 Prozent ihrer Gewinne als Sparanlage anzulegen. Somit wird schon während der Kreditlaufzeit an der Vermögensbildung gearbeitet. Darüber hinaus bietet CRECER verschiedene Bildungsangebote an, zum beispiel zu Finanzen und Medizin.

SEF, Südafrika

Kreditportfolio: 40,1 US-Dollar
Anzahl der Kunden*innen: 19.359
Kredithöhe Ø: 203 US-Dollar
Stand Juni 2019

In Südafrika herrscht keine ausgeprägte Sparkultur wie beispielsweise in vielen westlichen Ländern. Studien zeigen, dass nur ein Drittel der Einwohner Geld auf Sparkonten einzahlt. Die langfristige Sparquote gehört zu einer der geringsten auf der Welt. An diesem Missstand setzt die Small Enterprise Foundation NPC (SEF), eine Nichtregierungsorganisation, an, die 1992 von John De Wit und Matome Malatji gegründet wurde. Das Institut bietet Sparprodukte sowie Trainings in Finanzangelegenheiten und Gleichberechtigung an. Mit diesen Maßnahmen sollen die 56 Prozent der Bevölkerung, die unterhalb der nationalen Armutsgrenze liegen, unterstützt werden.

Erwähnenswert ist, dass sich SEF nahezu ausschließlich auf Frauen in ländlichen Gebieten als Zielgruppe konzentriert. Die Kreditvergabe findet weitestgehend an Gruppen und nicht an Einzelpersonen statt. Per Juni 2019 belief sich das Kreditportfolio der SEF auf rund 40 Millionen US-Dollar. Mehr als 190.000 Kund*innen konnten damit in fünf verschiedenen südafrikanischen Provinzen erreicht werden. Alle vergebenen Kredite liegen unter der Grenze von 10.000 US-Dollar.